Überpopulation

Stadttauben sind verstädterte Haustiere, seit Jahrtausenden werden sie vom Menschen gezüchtet.

Neben anderen Eigenschaften ist dadurch auch das Brutverhalten der Tiere verändert worden. Anders als bei Wildtieren wird ihr Fortpflanzungsverhalten nicht von Jahreszeit und Nahrungsangebot gesteuert. Sie brüten ganzjährig mit einer kurzen Pause im Herbst. Während die Felsentaube, von der die Stadttauben abstammen, nur 4 Junge im Jahr großzieht, brütet die Stadttaube bis zu 8 mal. Jedesmal legt sie 2 Eier.

Wieviele Jungtiere überleben, wird durch das Nahrungsangebot bestimmt. Die „natürliche“ Nahrungsgrundlage für den Körnerfresser Stadttaube ist in der Stadt, an die die Stadttaube als Felsenbrüter gebunden ist, sehr gering. Das Nahrungsangebot wird daher im wesentlichen durch den Menschen gesteuert. Wird viel gefüttert, bzw. finden die Tauben viele Abfälle wie Pommes frites oder Brötchen kann ein großer Teil der Jungtiere überleben. Ist die Futtermenge gering, sterben viele Jungtiere. Alternativlose Fütterverbote sind daher abzulehnen, weil sie die Größe der Population über das Verhungern der (Jung-) Tiere regeln.

Werden Taubenschläge angelegt, ist es sinnvoll die Fütterung zu kontrollieren, um die Tiere auf diesem Weg an die Schläge zu binden. Das möglichst frühzeitige Austauschen der Eier gegen Attrappen verhindert das Ausbrüten der Nachkommenschaft bei guter Versorgung der Alttiere.

Dieser Überbevölkerungseffekt bringt alle bekannten Nachteile einer Minderung der Lebensqualität mit sich wie sie auch bei anderen Lebewesen zu beobachten sind:

  • Zunahme aggressiven Verhaltens
  • Leichtere Übertragung von Krankheiten und Parasiten
  • Übergroße Verschmutzung von Straßen und Gebäuden
  • Errichtung von Gelegen an nicht dafür geeignete Stellen

Es zeigt sich also, dass mit der Regulierung der Stadttaubenpopulation die meisten anderen Probleme ebenfalls ihre Relevanz verlieren würden. Die Frage die sich nunmehr stellt, ist wie diese Reduzierung auf ein sinnvolles Maß vorzunehmen ist.


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